
In engen Kehren führt der Kaiserjägerweg spektakulär über die Felsflanke bergauf.




Eigentlich waren das Königreich Italien und das Kaiserreich Österreich-Ungarn vor dem Ersten Weltkrieg ja Verbündete. Doch wie viel das Papier wert war, auf dem das Bündnis vereinbart wurde, lässt sich auf der Hochebene der Sieben Gemeinden problemlos ablesen: Nichts!
Schon zwanzig Jahre vor dem Krieg traute man sich gegenseitig nicht weiter über den Weg, als man eine Panzerhaubitze werfen konnte. Beiderseits der Grenze, die damals über die Hochebene der Sieben Gemeinden verlief, wurden eine lange Reihe von bis an die Zähne bewaffneter Forts gebaut, von denen aus man sich gegenseitig belauerte.
Bemerkenswerterweise ließen die Österreichischen Chefstrategen die meisten dieser Forts als Offensiv-Forts bauen. Diese wurden insbesondere mit weit reichenden Waffen bestückt, um einen geplanten Vormarsch kaiserlicher Truppen mit Artillerie unterstützen zu können.
Während der Nachschub für kleine Waffen noch per Lastenseilbahn vonstatten ging, verlangte die Positionierung großkalibriger Kanonen nach gut ausgebauten Nachschubwegen, die aber ihrerseits gegen Beschuss sicher sein mussten. Die wichtigste davon war der Kaiserjägerweg, der von Caldonazzo aus in abenteuerlicher Linie hinauf zur Hochebene führt.
Die Straße wurde ab der Jahrhundertwende von österreichischen Pionieren gebaut, und erst vor einigen Jahren durchgehend geteert. Untypisch steil stellt sie Rennradler und Mountainbiker, leider aber auch sehr viele Motorradfahrer vor eine harte Aufgabe, belohnt aber gleichzeitig mit einem einzigartigen Panorama.
Im unteren Bereich wurde die Streckenführung während des Ausbaus zum Teil modifiziert. Hier sind noch einige Kehren der Originaltrasse erhalten, an denen sich sehr gut ablesen lässt, was hier seinerzeit noch Sache war. Dieser Abschnitt ist allerdings sehr grob schottrig, und wird auch von Motocross-Fahrern gerne verhunzt. Bergab ist diese Strecke aber sehr gut fahrbar, und sei Mountainbikern wärmstens empfohlen.